10 JAHRE PHOTO-ABSTRACT.DE

2008 eröffnete ich die Online-Galerie photo-abstract.de, nachdem ich 2 Jahre lang im stillen Kämmerlein, sprich Atelier, mit der Kamera experimentiert hatte, um rätselhafte Fotos zu machen. 2006 machte ich mir keine Vorstellung davon, wohin das Ganze führen würde. Ich vermied es, mich mit berühmten Fotografen zu beschäftigen, da ich selber Entdeckungen machen wollte. Ein spannendes Experiment jagte das nächste. Trotzdem glaubte ich, dass mir das Fotografieren im Atelier irgendwann langweilig werden würde und ich mich über kurz oder lang wieder der Architektur und Möbelgestaltung zuwenden würde. Ja, ich brauchte sogar eine Weile, um meiner neuen Art zu fotografieren einen Namen zu geben. So wurde ich gerne gefragt: „Und, was fotografierst Du so? Pflanzen, Landschaften, Hochzeiten, Tiere, Architektur, oder was?“

Weil mein ausschließliches Ziel war, abstrakte Bilder per Kamera zu machen, ohne den Computer zuhilfe zu nehmen, nannte ich also das Ergebnis „Abstrakte Fotografie“. Anschließend recherchierte ich ausgiebig im Internet nach dieser Wortkombination.

Zu meinem Erstaunen und Entsetzen stieß ich dabei zuerst, vorrangig und wiederholt auf eine Website, die realistische pornografische Fotografien zeigte. Darüber hinaus fand ich, auch noch im Jahr 2008, keinen Website-Namen mit der Wortkombination „abstrakt“ und „Fotografie“!  Aber irgendwo versteckt in einem Artikel entdeckte ich „abstrakt“ in Zusammenhang mit Fotografie der 20er Jahre am Bauhaus. Ja, einige Bauhäusler machten damals ganz tolle abstrahierende Fotografien, indem sie z.B. Gegenstände ungewohnt zusammenstellten und mit raffinierter Licht- und Schlagschattenführung verfremdeten. Das ist ein Vorteil der Schwarz-Weiss-Fotografie gegenüber der Farbfotografie, dass sie von vornherein keine realistische Abbildung zulässt. Sehr häufig kann man die Gegenstände auf diesen Fotos von Bauhäuslern erkennen und sich vorstellen, wie das Arrangement vor der Kamera ausgesehen haben musste.

Auf meinen abstrakten Fotografien sollte man nicht mehr erkennen können, was ich vor der Kamera aufgebaut hatte. Mir war es von Anfang an wichtig, auf nachträgliche künstlerische Manipulation meiner Fotografien per Computer zu verzichten. Im Jahr 2008 entschloss ich mich also, die Galerie photo-abstract.de aufzumachen, um in regelmäßigen Abständen meine neuen Fotoserien zu veröffentlichen. Erst einige Zeit nach Eröffnung der Galerie fotografierte ich zusätzlich in der Weise abstrahierend, dass eine von mir sogenannte „Pseudoabstrakte Fotografie“ herauskommt. Mit anderen Worten, der Betrachter kann bei den pseudoabstrakten Fotoserien noch erkennen oder erahnen, was sich vor meiner Kameralinse befunden hat. Das ist sozusagen als Zugeständnis an die Sehgewohnheiten von Betrachtern, die sich mit rein abstrakter Kunst schwer tun, gedacht.

Ich werde bei der Abstrakten Fotografie bleiben, um Ideen zu verwirklichen, die noch in meiner Schublade schlummern. Auch die Performance-Fotografie (pseudoabstrakt) werde ich weiterhin betreiben. Im Jubiläumsjahr 2018 werde ich hier ab und zu fotografische „Oldies“ vorstellen, die beispielhaft für meine abstrakten Fotoserien seit 2006 stehen.

Bei meinen Followern und Kunden bedanke ich mich für ihr Interesse an meiner Abstrakten Fotografie und wünsche allen ein farbenfrohes Jahr 2018.

Ulrike Widmann

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8 Antworten zu “10 JAHRE PHOTO-ABSTRACT.DE

  1. Gratulation zum Jubiläum und Dank für die detaillierte Beschreibung Deiner fotografischen Position bzw. Entwicklung. Für das Verständnis Deiner Arbeiten fand ich das sehr hilfreich.
    Liebe Grüße Juergen

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